Ein ganz neues Nest kennengelernt 

Holzminden. Die Ankündigung eines Ausflugs in das "NaBuNest" versetzte die "Kobelkinder" in aufgeregte Vorfreude. Natürlich kennen die Kinder des Mühlenberger Waldkindergartens viele verschiedene Nester, aber ein NABU-Nest? Das ist selbst für die naturerfahrenen Kinder des Heilpädagogischen Zentrums, Außenstelle Kindergarten am Wald "Kobel & Co.", etwas Neues.

Voller Neugierde und Spannung machten sich die Kinder auf den Weg nach Holzminden, um dieses unbekannte Nest zu erkunden. Die walderfahrenen Kobelkinder staunten nicht schlecht, das NABU-Nest ist ein Naturerlebnis für abenteuerlustige "Menschenkinder". So ging es auch sofort auf Erkundungsreise. Der Rundweg führte zunächst barfuß über einen langen Tastpfad. Mit den Füßen unterschiedliche Naturmaterialien zu erfahren, machte viel Spaß, und ganz aufregend war es, dabei die Augen zu verbinden. Nach dem "Fühlerlebnis" ging es weiter auf Entdeckungsreise. Es gibt dort einen Steinhügel für Spinnen, Käfer, Asseln - viele Krabbeltiere dürfen hier beobachtet werden. Vorsichtig einen Stein anheben - und schon kann jeder einen "Ritter der Finsternis" genauestens beobachten. Die Assel, schnell und flink und ihre Beine kaum zählbar, gehört zu den Krebsen an Land und wird von den Kobelkindern geliebt.

Vorbei ging es am Badeteich für die Vogelwelt. Leider war kein Vogel in Sicht - die Besucher waren einfach zu laut. Weiter ging es zu einem Reisighaufen. Dort lebt ein Tier mit vielen Stacheln. Der Reisighaufen besitzt jedoch keine Igelgröße, es ist ein Nachbau für die Größe der Kobelkinder. Voller Begeisterung erforschen die Kinder die dunkle Igelbehausung. Einige Kinder waren dabei ganz mutig, andere eher zurückhaltend, denn es ist so dunkel im Igelhaus.

Gegenüber der Igelhöhle fordert ein Matschberg alle motorischen Fähigkeiten. Berg runter auf Bauch, Po oder im Spinnengang. Immer wieder und noch einmal, welch ein Spaß war das! Auch "zu Hause" in Mühlenberg gibt es einen Matschberg, der ist jedoch nur halb so hoch und halb so steil. Hätten die Großen den Spaß nicht beendet, die Kinder würden wahrscheinlich heute noch klettern, rutschen, schlittern...

Ihr Weg ging weiter über Treppenstufen zu einem Biotop. Bäuchlings auf dem Steg liegend beobachten die Kinder Wasserflöhe, Libellen und Entengrütze. Gegenüber duftete die Kräuterspirale und an der Feuerstelle, heute ohne Feuer, wurden Kräuter erduftet und errochen. Klar, dass die Kobelkinder alle Kräuter an ihrem Duft erkannten, haben sie doch im Kobelkindergarten ein Kräuterbeetmit Zitronenmelisse, Salbei, Pfefferminze.

Dann wartete das Mittagessen in Mühlenberg. So ging der erste Besuch mit dem Kobel im NABU-Nest zu Ende. Aber alle wollen bald wiederkommen, denn hier ist es wunderschön, hier gibt es viel zu erleben und jede Menge zu lernen.

 

Quelle: Täglicher Anzeiger, 22.10.2014

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